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18/03/2020

Ein Teil der Ergebnisse des zweiten Treffens zum Thema Willkommenskultur in Euskirchen: in der Bücherei und in der Kita funktioniert Willkommenskultur gut, während in etwa die gelebte Willkommenskultur in geschlossenen Gruppen kritisch gesehen wird.

„Diese beiden kleinen Heizkörper bekommen diesen großen Saal warm?“ wunderte sich Pfarrer Franz Meurer im Forum an der Kirche St. Matthias. Und seine Frage passte genau zum Treffen der Projektgemeinde, des Sendungsraums Euskirchen/Bleibach-Hardt, die auf dem Weg zu einer neuen Willkommenskultur ist.

Franz Meurer ist Leiter unseres Arbeitsfeldes „Geistlicher Kulturwandel und Vertrauensarbeit“ und Teil des Projektteams „Willkommenskultur“. Diesmal begleitet er mich nach Euskirchen. Gemeinsam mit dem Kernteam, Engagementförderin Annette Kleinertz und Gemeindemitglied Dana Manner-Theil, hat sich eine kleine Gruppe Engagierter im Forum eingefunden.

Einige neue Gesichter sind dabei – offensichtlich haben die Gemeindemitglieder, die beim ersten Treffen dabei waren, andere eingeladen und motiviert. Genau da fängt Willkommenskultur an! Wenn ich selbst interessiert bin und mich wohlgefühlt wie wertgeschätzt gefühlt habe, fällt es leicht, auch anderen davon zu erzählen.

Heute Abend soll es darum gehen, unsere ersten Gedanken weiterzuführen. Wir haben ja beim letzten Treffen bereits gesammelt, was dazu beiträgt, dass wir uns persönlich willkommen fühlen. Nun steht ein nächster Schritt an.

Wo läuft’s und wo nicht?
In kleineren Gruppen stellen wir uns der Frage, wo Willkommenskultur im Sendungsraum gelingt und wo bisher noch nicht und was die Gründe dafür sein könnten. Diese Frage ist durchaus schmerzhaft, weil sie uns den Spiegel vorhält, bei welchen Gelegenheiten wir auf andere achten und bei welchen wir uns eher um uns selbst drehen. Vor allem im kleinen Rahmen scheint Willkommenskultur hier in Euskirchen zu gelingen. Zum Beispiel in der Bücherei, in der KiTa, in der Familienbildungsstätte. Dort gibt es konkrete Bezugspersonen und Angebote, bei denen man sich begegnet. Kritisch werden hingegen viele „geschlossene Gruppen“, aber auch die Begegnungen rund um die Gottesdienste gesehen.Wessen Wünsche sind uns wichtig?

Einige Teilnehmerinnen des Abends diskutierten angeregt über die verschiedenen Facetten des Themas Willkommenskultur.

Schnell waren wir bei unserer Analyse mittendrin in ganz grundsätzlichen Fragen – und intensiven Diskussionen: Wer sucht was in einer Gemeinde? Und nehmen wir die Wünsche der anderen ernst? Oder doch eher nur unser Empfinden als „Kerngemeinde“? Insbesondere rund um die Erstkommunion und das Zugehen auf Familien scheint dies eine heikle Frage zu sein.

Aus der lebendigen Diskussion entstanden rasch die Schritte für die nächsten Treffen: Was kann Menschen motivieren, zu uns zu kommen, sich als Familie wohlzufühlen oder sogar mal bei einer Gruppe vorbeizuschauen? Wie heißen wir Menschen willkommen und fühlen uns selbst dabei wohl? Ich hoffe, dass der Redebedarf der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gleich hoch bleibt. Sie freuten sich über den „gelungenen Austausch“. Eine Teilnehmerin, die nicht beim ersten Treffen dabei war, sagte: „Eine so gute Stimmung hätte ich nicht erwartet.“ Und Franz Meurer beeindruckte viele: „Er macht neugierig. Eine Messe mit ihm ist bestimmt interessant!“